Du befindest Dich hier: home / Gratis-Workshops / Das Bausteinprinzip / Crashkurs Notenlesen

Das Bausteinprinzip: Crashkurs im Notenlesen

 

Normalerweise liest man Noten so:

  1. die Zählweise bestimmen
    • die obere Zahl in der Taktangabe sagt, wie viele Zahlen du zählst

      (bei einem 2/4 Takt bis 2, bei 7/8 bis 7, bei 5/4 bis 5...)

    • die untere Zahl ist die "Grundnote", die man mit der schnellsten Note im Musikstück vergleicht:
      • wenn die schnellste Note nicht schneller ist als die Grundnote, zählst du nur die Zahlen

        (123123123 / 1234512345)

      • wenn die schnellste Note doppelt so schnell ist wie die Grundnote, zählst du mit "und" ("+") zwischen den Zahlen

        (1+2+3+1+2+3+ / 1+2+3+4+5+1+2+3+4+5)

      • wenn die schnellste Note dreimal so schnell ist wie die Grundnote, zählst du mit "ti ta"

        (1tita2tita3tita1tita2tita3tita / 1tita2tita3tita4tita5tita1tita2tita3tita4tita5tita)

      • wenn die schnellste Note viermal so schnell ist wie die Grundnote, zählst du mit "e + a"

        (1e+a2e+a3e+a1e+a2e+a3e+a / 1e+a2e+a3e+a4e+a5e+a1e+a2e+a3e+a4e+a5e+a)

  2. die Noten den Zählzeiten zuordnen
    • in folgendem Takt ist die schnellste Note die Achtelnote und die ist doppelt so schnell, wie es vorn in der Grundnote (viertel) steht, also zähle ich "1+2+3+4+".

      Jetzt werden die Noten in unser "Achtelraster" eingeordnet:

      Die Frage ist immer, "Bei welcher Zählzeit bin ich?", "Was steht da?" und "Wie viele (und welche) Zählzeiten nimmt das Zeichen ein?". So geht`s:

      • Wo sind wir? ? Auf der "1"
      • Was steht da? ? `Ne 4tel (-Note)
      • Was nimmt die ein? ? Die nimmt zwei Achtel-zähl-zeiten ein (weil sie doppelt so viel Platz einnimmt, wie die 8el), nämlich die "1" und die "(1)+".
      • Wo sind wir dann? ? "2"
      • Was steht da? ? Da steht wieder ne 4tel (-Pause)
      • Was nimmt die ein? ? Die nimmt auch zwei Achtel ein, nämlich die "2" und die "(2)+".
      • Nun sind wir bei der "3" und da steht die erste der beiden 8el-Noten. Die nimmt nur eben diese 8el ein.
      • Auf der "(3)+" geht es dann mit der zweiten 8el-Note weiter und
      • Bei der "4" steht dann wieder eine 4tel, die die Zählzeiten "4" und "(4)+" einnimmt und damit ist unser Takt voll.

Jetzt wisst ihr, welches Zeichen auf welcher Zählzeit steht (4tel-Note auf "1", 4tel-Pause auf "2", 8el auf "3", 8el auf "(3)+" und 4tel auf "4") und wenn ihr das wisst, zählt ihr einfach nur gleichmäßig durch (1+2+3+4+) und spielt die Trommel, wenn ihr "1", "3", "(3)+" & "4" sagt.

 

Ein zweites Beispiel:

 

++ bild ++

Hier ist die schnellste Note die 16tel-Note, die viermal so schnell ist, wie die Grundnote - man zählt also "1e+a2e+a3e+a4e+a".

  • Auf der "1" steht eine halbe Note, die zwei 4tel also vier 8el also acht 16tel einnimmt (also die "1", die "(1)e", die "(1)+", die "(1)a", dann die "2", die "(2)e", die "(2)+" und die "(2)a").
  • Folglich sind wir nun bei der Zählzeit "3".
  • Hier steht eine punktierte 8el (-Pause).
  • Die nimmt drei 16tel ein. (zwei, weil 8el doppelt so groß ist, wie 16tel und eine 16tel dazu, weil die Punktierung jede Note (oder Pause) um die Hälfte verlängert (und die Hälfte von ner 8el ist ne 16tel))
  • Und die drei 16tel, die von der punktierten 8el eingenommen werden heißen "3", "(3)e" und "(3)+".
  • Somit sind wir jetzt bei der "(3)a".
  • Da steht ne 16tel, die nur "sich selbst" (also die "(3)a" einnimmt.
  • Jetzt sind wir bei der "4".
  • Da steht ne 4tel, die nimmt die "4", die "(4)e", die "(4)+" und die "(4)a" ein.

 

Man muss also auf "1", auf "(3)a" und auf "4" spielen und wenn ihr die Zeiten gleichmäßig sprecht und wirklich genau in dem Moment spielt, in dem ihr die genannten Zählzeiten aussprecht, dann erklingen die Noten im richtigen Zusammenhang.

 

Mit dieser herkömmlichen Lesemethode muss man jedes Zeichen lesen und seiner Zählzeit zuordnen.

 

Mein Baustein-Prinzip vereinfacht die ganze Sache ungemein. Ich finde aber, dass man unbedingt auch nach der herkömmlichen Methode lesen können sollte. Das Bausteinprinzip lässt sich auch vorerst nur auf 4tel-Takte anwenden (2/4, 3/4, 4/4, 5/4, 127/4...)

Das ist zwar umständlich, aber ausführlich und exakt.

 

<< Vorwort | Das Bausteinprinzip >>